Fidele Vereinsleben

Tagebuch 11.-13.01.2008

 

Ihr Lieben,

Imageich werde dieses herrliche Wochenende der Falkenjäger einfach zusammenfassen und in einem Rutsch erzählen. Was ich als Maskottchen wieder alles gehört und gesehen habe, ist  eine Bestätigung für den fantastischen Corpsgeist. Zu dem Corpsgeist gibt es auch gleich etwas zu erklären. Der findet eindeutig in den Köpfen der Kameraden statt und wer sich die Stimmung vermiesen lässt, ist einfach selber schuld. Jeder Falkenjäger ist wirklich herzlich dazu eingeladen, es selber zu erleben und sich von dem Bazillus anstecken zulassen.

Zudem gibt es noch einen Corpsgeist, der findet sich aber in einer kleinen Flasche wieder. Unser Falkenjäger "Knabbüs" hat diesen leckern Trank erfunden und gleich mit einem tollen Etikett produzieren lassen. Eine echt „fidele“ Idee, die ganz sicher großen Anklang finden wird.

Jetzt werde ich aber mal der Reihe nach berichten:

Freitag, 11. Januar 2008:

Was mein Betreuer mir angetan hat, sollte sofort beim Tierschutz gemeldet werden! Der Kamerad "Humpelstielsje" hat mich von Mittwoch bis Freitag im Bus-Kofferraum stehen lassen. Das ist ja wohl die Krönung! Na gut, der Schellenbaum und andere Ausrüstung der Falkenjäger war auch noch im Bus und um es auf die Spitze zu treiben wurde der Busfahrer "Walter" auch noch dafür gelobt. Ja geht es noch? Als "Karl", einer der Stars dieses Corps, bleibt mir auch gar nichts erspart.

"Ich bin ein Falke, holt mich hier raus!"

Ich war eindeutig nicht im Dschungel, aber auch nicht wirklich glücklich. Dazu verpasste "Humpelstielsje" noch den Bus, der an seiner Türe vorbei zum Brauhaus fährt. Die Abfahrtszeit am Brauhaus war eindeutig, aber es gibt halt immer wieder kleine Abwandlungen des Zeitplans auf dem Weg zum Brauhaus. Eigentlich ein toller Service, wenn man sich nicht auf die Minute genau am Treffpunkt einfindet und der Bus schon weg ist. Dazu fällt mir eigentlich nur ein Satz ein: „Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Falkenjäger Pünktlichkeit!“

Nach ein wenig Aufregung wurde mein Betreuer "Humpelstielsje" auf dem Weg nach Langenfeld in Badorf - Pingsdorf eingesammelt und alle waren wieder zufrieden. So etwas passiert ja auch kein zweites Mal, oder? Dachte ich zumindest…

Image Der Auftritt bei der RKV/Prinzengarde Langenfeld war wieder ein voller Erfolg und ich möchte keine Superlativen verschwenden, denn dass Wochenende hatte noch ein paar richtig emotionale Höhepunkte im Angebot. Die örtliche Schützenhalle entpuppte sich als schöner Veranstaltungssaal und die Bühne war perfekt. So konnte ich eine schöne Aussicht in den Saal genießen und die Corpskameraden ihr Können zeigen. Alle Tänze wurden live von der Saalkappelle begleitet und es klappte wieder wunderbar. Es wäre alles perfekt gewesen, wenn unser Musikoffizier "Hännesje" alle Notenblätter von der Kappelle wiederbekommen hätte. Da haben die „diebischen“ Kollegen eindeutig die Rechnung ohne unser "Hännesje" gemacht. Der holt sich im Laufe der Woche gnadenlos und mit allen verfügbaren Mitteln seine Noten zurück, ein echter Musikoffizier!

Ein Freitag mit nur einem Auftritt lohnt sich eigentlich nicht, aber die Rückfahrt nach Brühl beinhaltete wieder ein Extra-Konzert der Sonderklasse. Unser "Heggenavvekaat" brachte mit seinen angestimmten Liedern wieder die Stimmung in den Bus, die zu einem perfekten Corpsgeist beiträgt. Es wurde gesungen, getrunken, gefeiert und gelacht. So endete der Abend im Einklang und Rhytmus der Falkenjäger-Herzen.

Samstag, 12.01.2008

Image Ein großer Tag für die Fidelen Bröhler Falkenjäger begann schon am frühen Morgen. Da wurde der Aufbau für die anstehende eigene Kostümsitzung vollendet. Schon donnerstags war die Bühne von vielen helfenden Händen dekoriert worden, aber die Bestuhlung musste nun aufgebaut und das restliche Tanzsportzentrum noch in blau-gold getaucht werden. Dank der noch größeren Beteiligung der Fidelen-Mitglieder an diesem Morgen, war diese Aufgabe rasend schnell erledigt. Unser Präsident und Spieß "Hubbel" war sichtlich beeindruckt und natürlich auch stolz auf seine Fidelen. Ich hätte ja auch gerne geholfen, aber "Humpelstielsje" ließ mich, wie so häufig, nicht aus der Kiste.

Image Als ich endlich aus der Kiste geholt wurde, war das TSZ schon proppevoll und das Publikum hatte schon längst seine Plätze eingenommen. Das Corps stand zum Aufmarsch im Foyer bereit und ein paar Kameraden befeuchteten mit einem leckeren Kölsch ihre geschundenen Kehlen. Im Saal wurde gerade ein tränenreicher Abschied vollzogen. Nach dem Auftritt der Fidelen Pänz wurde die langjährige Kommandantin "Astrid Bröhl" von "ihren" Pänz mit Rosen verabschiedet. Die neue Kommandantin "Britta Köllejan" hatte den Wunsch eines diskreten Abschieds von "Astrid" ignoriert. Das aber auch eindeutig zu Recht! Eine solche Größe im Brühler Karneval und innerhalb der Fidelen, kann sich nicht einfach still und heimlich zurückziehen. Ein dickes DANKE ASTRID von allen Falkenjägern für Deine tolle Arbeit in den letzten acht Jahren.

Nach so einem emotionalen Moment auf die Bühne zuziehen ist nicht einfach, aber den Heimspielkomplex wollten wir Falkenjäger nun endgültig ablegen. Der Kampfgeist war geweckt und jeder gab sein Bestes auf der Bühne und das wurde vom Publikum auch erkannt. Was für ein berauschendes Gefühl alle Erwartungen zu erfüllen und dann sogar noch zu übertreffen. Im Fußball würde wohl von einem Kantersieg gesprochen, im Karneval bringt ein solcher Auftritt einfach nur das Publikum zum Feiern, Schunkeln und Singen. Vor den eigenen Leuten so abzuräumen ist doch das Größte, da bekomme ich jetzt schon wieder Gänsehaut und sehe aus wie ein gerupfter Falke.

Besonders unser Tanzpaar "Pralinche" und "Duckes" waren sensationell aufgelegt, ein perfekter Mariechen-Tanz brachte sogar Tanz-Trainer "Bernd Jansen" ins schwärmen. So eine perfekte Leistung hatte er nach so kurzer Trainingszeit nicht erwartet und deshalb war er einfach nur platt und hoch erfreut. Unter den über 800 Gästen gab es keine Zweifel mehr, die Falkenjäger können es in der Form mit jedem Corps aufnehmen. Was für ein Tag für die Falkenjäger! Danke dass ich mit diesem Corps auf der Bühne stehen darf.

Eine handvoll Falkenjäger verschlug es nach dem Auftritt in den Elferrat und auch bei diesem „harten“ Job vertraten sie das Corps sehr gut. Wobei ich als Maskottchen sehr gerne den Elferrat verstärken würde, dass sollte im nächsten Jahr kein Problem sein. In jedem Karnevalsverein ist es eine Ehre im Elferrat zu sitzen, nur bei den Fidelen ist es eine Art Bestrafung. So sehen es wohl viele Corpsmitglieder und ich verstehe dass auch irgendwie. Mit Hut und Federbusch im Scheinwerferlicht ausharren ist eine wirklich schwere Prüfung.

Die Sitzung nahm ihren Lauf und es wurde ein rauschendes Fest. Ein eindeutiges Zeichen für die überragende Stimmung des Publikum erkannte man am Ende der Sitzung, es ging so gut wie niemand nach Hause und das Foyer platzte aus allen Nähten. Das viele Lob und das Schulter klopfen haben die Falkenjäger sehr genossen, nur ich durfte mir meine verdienten Streicheleinheiten nicht abholen. Ich stand mittlerweile wieder, in meiner Kiste verstaut, im Kofferraum der Busses. Ich hörte also wieder nur aus der Ferne die Karnevalshits und die Geschichten eines ausklingenden Abends musste ich mir später erzählen lassen.

Sonntag, 13.01.2008

Bei der nun schon berühmten Bustour von Schwadorf über Badorf/Pingsdorf, Roddereck zum Brauhaus am Schloss, gab es wieder ein Missverständnis. Schon wieder stand mein Betreuer "Humpelstielsje" dabei im Mittelpunkt, er hatte überraschender Weise den Bus vor seiner Haustür verpasst. Zweimal an einem Wochenende ist schon Rekordverdächtig, oder? Sein Unmut darüber ist schon langsam lustig, da alle anderen Kameraden es schaffen den Bus rechtzeitig zu erreichen. Schwamm drüber und vielleicht ein kleiner Hinweis: Der Bus braucht von Schwadorf bis zur Badorfer Straße keine 15 Minuten! Ich hoffe mein "Humpelstielsje" verzeiht mir meinen Bericht darüber…

Image Es ist schon seltsam, wieder ging es an einem Auftrittstag nach Mönchengladbach und die FC-Fans im Corps konnten ihren Frust über die Tabellenführer der 2.Liga nur mit ein paar Flaschen Gerstensaft herunterspülen. Ich verstehe den Neid eigentlich nicht, schließlich sind wir ein Karnevalsverein und da spielen wir im Kölner Karneval in der Champions League. Die Ehrengarde aus Köln haben wir Gestern auf unserer Sitzung in die Tasche gesteckt, dass liegt aber auch an deren eindeutiger Auswärtsschwäche. Trotzdem bleiben sie unsere Vorbilder, aber von uns können sie noch lernen wie Auswärts gepunktet wird!

Eine Herrensitzung am frühen Sonntagmorgen ist schon eine schwere Last, aber das Nummerngirl der KG Potz Op versüßte uns diesen Auftritt erheblich. Unser Kommandant "Lockedrieher" dachte laut über eine Entführung des leckeren Mädels nach und prompt wurde sie vor uns in Sicherheit gebracht. Das hat uns nicht wirklich belastet, schließlich haben wir mit unserem "Pralinche" schon was Süßes und Leckeres an Bord! Die Performance des Corps auf der Bühne war wieder exzellent und so wurde Mönchengladbach von uns locker eingenommen.

Image Anschließend ging es zurück nach Brühl ins Marien-Hospital. Wir hatten keine Verletzen oder Kranken an Bord, wir folgten nur der Einladung der Geschäftsführung zu einem Empfang mit Beköstigung. Hier zeigten einige Falkenjäger gewisse Abnutzungserscheinungen und fielen in ein Motivationsloch. Also ich fühlte mich noch gut und topfit, bis mein Betreuer mich unachtsam auf einem Stuhl ablegte und ich zu allem Überfluss mit Hüten bedeckt wurde. So sollte mit keinem Corpskameraden umgegangen werden und erst recht nicht mit mir! Ich stehe unter Artenschutz!

Auf Einladung unseres Kameraden "Schwoob" besuchten wir auch noch das Wetterstein - Seniorenheim und trafen dort mit den Fidelen Pänz zusammen. Der gemeinsame Auftritt für die sehr rüstigen und karnevalistisch gut eingestimmten Senioren wurde mit Kaffee und Kuchen belohnt. Außerdem bekam unser Spieß "Hubbel" eine Urkunde überreicht und damit hat er nun das Vorrecht auf das Zimmer 111 im Wetterstein erhalten. Wann er das Zimmer bezieht ist noch unbekannt, obwohl es schon Gerüchte gibt.

Image Es folgte noch ein Auftritt in unserer Nachbargemeinde Hürth beim Festkomitee Alt-Hürth, dieser war wichtiger als viele Falkenjäger es vorher gedacht hätten. Dieser Auftritt sollte eine „echte“ Prüfung für unser Tanzpaar werden. Unsere ehemalige Marie "Zuckerschnütsche" war mit  "Duckes" Sohnemann Luca (in Falkenjäger-Uniform!) und unserem ebenfalls ausgeschiedenen Corpskameraden "Kruckstoppe" im Saal. Diese wirklich emotional schwierige Situation kann ich schlecht beschreiben, aber für "Pralinche" und "Duckes" war es der wichtigste Mariechen-Tanz des Wochenendes, vielleicht sogar der ganzen Session. Umso befreiender war die Erkenntnis, dass nichts und niemand unseren Corpsgeist durcheinander bringt, wir sind enger zusammengerückt und haben es allen Leuten gezeigt: Wir sind wieder wer!

Image Der Empfang für "Pralinche" und "Duckes" im Bus, nach ihrem unbeschreiblich genialen Mariechen-Tanz, war wie eine Explosion von Gefühlen. Mit Beifall, Umarmungen und  Gesang wurde dieser Augenblick gebührend gefeiert, bei einigen Kameraden mussten auch die Freudentränen getrocknet werden. Was für ein Corps! Die Erkenntnis des Wochenendes ist eindeutig: Wir gewinnen auch auf Asche! Das ist im Fußballerkreisen ein Ausdruck dafür, dass es wenig Dinge gibt, die ein erfolgreiches Team aufhalten können!


Mit fidelen Grüßen

Euer
"Karl"